Des Esels Schatten

Der Prozeß um des Esels Schatten - Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt, NDR 1958

Die Abderiten - Roman von Christoph Martin Wieland 1774 - 1780

I Des Esels Schatten

Des Esels Schatten  ist eine Geschichte um einen absurden Gerichtsprozess in Abdera, dem „antiken Schilda“. Die älteste Version der Geschichte stammt aus der Antike und wird Demosthenes zugesprochen, der die bekannte Wendung um den Schatten eines Esels kämpfen auf die Gerichtsrhetorik übertragen habe, siehe dazu mehr in Wikipedia zu Des Esels Schatten.

II Der Prozeß um des Esels Schatten - Hörspiel von Friedrich Dürrenmatt, NDR 1958

In Friedrich Dürrenmatts  groteskem Stück streiten sich zwei Parteien vor Gericht, ob die Miete eines Esels für eine Reise über Land auch dessen Schatten mit einschließt. Darf der Reisende sich umsonst in den Schatten des Esels setzen oder muss er für diese Leistung gesondert bezahlen? Es kommt zum Prozeß, in dessen Verlauf eine ganze Stadt hineingezogen wird und der immer weiter Kreise der Anteilnahme, der Erregung und des Hasses zieht. Die Geschichte endet in einer Katastrophe.

Der Prozeß um des Esels Schatten  ist das erste Hörspiel des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt.  Das Hörspiel entstand in enger Anlehnung an das vierte Buch Der Proceß um des Esels Schatten des satirischen Romans Die Abderiten von Christoph Martin Wieland und wurde erstmals am 5. April 1951 von Radio Bern ausgestrahlt. In gedruckter Form erschien das Stück erstmals 1958 beim Arche Verlag mit dem Untertitel Ein Hörspiel [nach Wieland – aber nicht sehr]. Siehe mehr in Wikipedia Der Prozess um des Esels Schatten.Im obigen Wikipedia Eintrag werden insgesamt 10 Inszenierungen verschiedener Rundfunkanstalten von 1952 bis 1990 aufgelistet, darunter auch jene des NDR aus 1958.

III Handlung des Hörspiels

Der Zahnarzt Struthion mietet beim Eseltreiber Anthrax einen Esel, um von Abdera zu dem drei Tagesreisen entfernten Ort Gerania zu reisen. Unterwegs möchte er im Schatten des Tieres rasten, doch der Eselstreiber will dafür erneut eine Gebühr erheben, da nach seiner Auffassung die Miete lediglich die Fortbewegung mit dem Esel umfasse, nicht aber die Nutzung des Schattens. Daher sei eine erneute Bezahlung angebracht. Da der Zahnarzt nicht gewillt ist, für des Esels Schatten extra zu bezahlen, kehren die beiden nach Abdera zurück und bringen die Sache vor den Stadtrichter Philippides. Der Stadtrichter meint, man solle sich in Güte miteinander einigen, und schlägt vor, dass der Zahnarzt eine Kleinigkeit zahlt und der Eseltreiber ihm dafür erlaubt, sich in den Schatten des Tieres zu setzen. Allerdings verhärten sich die Fronten, weil den beiden Streithähnen die Anwälte Physignatus und Polyphonus beispringen, die aus der Angelegenheit einen Testfall für das Rechtssystem in Abdera machen. Sie treten mit einer pathetischen und feindseligen Rhetorik auf und behaupten jeweils, dass die Justiz unglaubwürdig wird, wenn man nicht Recht bekommt. Schließlich wird die ganze Stadt Abdera in den Streit hineingezogen und die Auseinandersetzung endet in einer großen Katastrophe.

IV Online Ausgabe des Hörspiels

Die Hörspielversion Dürrenmatt's  des NDR aus 1958 kann aus den 895 Radiaufnahmen (Hörspiele, Features, Lesungen) im Internetarchiv ausgewählt werden,

dort (unentgeltlich) gehört werden

und wurde daher für die Website Favorartis ausgewähllt und gemäß dem Datum der Sendung und dem Produzenten NDR der BRD zugeordnet.

V Die Abderiten - Roman von Christoph Martin Wieland, 1774 - 1780

Die Abderiten. Eine sehr wahrscheinliche Geschichte von Herrn Hofrath Wieland im Teutschen Merkur ist ein satirischer Roman von Christoph Martin Wieland, der in der Zeitschrift Der Teutsche Merkur in den Jahren 1774–1780 in Fortsetzungen erschienen ist.

Abderit ist eine Bezeichnung für einen Schildbürger, also einen naiven, einfältigen Menschen.

Hergeleitet wird der Begriff von der antiken Stadt Abdera, die zwar die Heimat so bedeutender Männer wie Demokrit und Protagoras war, aber dennoch bei den Hellenen in den Ruf Schildas kam.

Siehe mehr in Wikipedia Die Abderiten.

VI Handlung des Romans

Die Geschichte der Abderiten ist zunächst in fünf Abschnitte gegliedert, die jeweils als „Buch“ bezeichnet werden. Die ersten drei Bücher behandeln allgemeine, kulturelle und gesellschaftliche Fragestellungen. Die Masse der Abderiten beschäftigt sich mit einzelnen Intellektuellen, erst Demokritus, dann Hippokrates und zuletzt Euripides. Das vierte Buch beschäftigt sich mit den Funktionen des abderitischen Rechtssystems anhand eines konkreten Falls und zeigt dabei auf, wie kritikwürdig dieses Rechtssystem ist. Das fünfte Buch wirft einen Blick auf institutionelle und politische Fragen des Gemeinwesen und beleuchten verschiedene Aspekte der innergesellschaftlichen Dynamik der Abderiten.

Viertes Buch: Der Prozeß um des Esels Schatten

Im vierten Buch kommt es zu einem Streit zwischen einem Eseltreiber und einem Zahnarzt. Ein Zahnarzt mietet sich einen Esel und will während einer Rast in seinem Schatten Schutz finden. Der Eseltreiber will jedoch klar zwischen Esel und Schatten unterschieden haben und möchte somit den Schatten des Esels gesondert vergüten. Dies führt zu einem Gerichtsstreit, der ganz Abdera in zwei Parteien teilt. Am Ende wird der Esel zum Opfer der aufgezeigten Tragödie. Die angestaute Prozesswut führt dazu, dass der Esel auf den Straßen Abderas vom Volk in „tausend Stücke“ zerrissen wird. Somit ist das Problem gelöst. Ohne Esel gibt es keinen Schatten und ohne Schatten keinen Gerichtsstreit.

VII Online Ausgabe des Romans

Der Fortsetzungsroman Wieland's ist Bestandteil im Projekt Gutenberg DE, es kann daher (auch) das vierte Buch

dort (unentgeltlich) gelesen werden.

VIII Kommentar

Im kleinen Portal litteratur.ch widmet sich ein Post vom 23.03, 2013 by P.H. den fünf Büchern des Fortsetzungsromans, wobei nicht nur die Lektüre des berühmten vierten, sondern auch die des fünften Buches über das Ende der Abderiten empfohlen wird.

IX Hinweise zu dieser Webseite

  1. Die Zitate aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (zu des Esels Schatten, zum Hörspiel und zum Fortsetzungsroman) und aus der Website litteratur.ch (mit den jeweils aus der Verlinkung ersichtlichen Quellenangaben) erfolgen im angeführten Umfang zur Erläuterung des Inhaltes der Webseite.
  2. Auf die Möglichkeit, die Textausgabe des Romans auf Gutenberg DE zu lesen und das Hörspiel im Internetarchiv zu hören, wurde hingewiesen
  3. Personenbezogene Daten ergeben sich aus der Literaturbeschreibung sowie aus dem Bekanntheitsgrad der Autoren und ihrer Werke.

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